Die Gesundheit überwiegt alle äußeren Güter so sehr, dass wahrlich ein gesunder Bettler glücklicher ist als ein kranker König.

Arthur Schopenhauer

Lymphödeme / Lymphdrainage

Das Lymphgefäßsystem ist genauso bedeutend wie das Blutgefäßsystem und stellt die Entsorgung des Gewebes und damit der einzelnen Zellen sicher. Es ist als Transportsystem angelegt jedoch anders als beim Blutkreislauf  handelt es sich beim Lymphgefäßsystem um eine Einbahnstraße.

Es sorgt für den Abtransport von ganz bestimmten Substanzen, die ansonsten im Raum zwischen den Zellen liegenbleiben würden.

Die Lymphgefäße nehmen Wasser (ca. 2-4Liter in 24 Std), Eiweiß, abgestorbene Zellen, Bakterien und andere Krankheitserreger auf und transportieren sie ab. Die kleinsten Bahnen, die Kapillaren nehmen die Lymphe auf und transportieren diese über immer größer werdende Lymphbahnen ab. Diese Bahnen sind mit Taschenklappen ausgerüstet (ähnlich den Venen) und sind für den Lymphtransport zuständig. Auf dem Weg durch den Körper passiert die Lymphe die Lymphknoten, welche die Lymphe auf schädliche Stoffe untersucht und für die Bildung von weißen Blutkörperchen verantwortlich sind. Eine weitere ganz wichtige Aufgabe der Lymphknoten ist der Lymphe Wasser zu entziehen (ca. 50%).

Kommt es zu Abflussstörungen, d.h. die Bestandteile der Lymphe bleiben im Zellzwischenraum liegen, kann es zur Folge haben, das sich eine sichtbare Ödementwicklung zeigt. Besonders häufig passiert dies nach Operationen, bei denen ein Teil der Lymphknoten entfernt werden.

Die Therapie des Lymphödems ist sehr aufwendig. Sie verlangt eine gute Zusammenarbeit von Patienten, Ärzten, Therapeuten und den Krankenkassen, aber sie ist auch in jeder Hinsicht erfolgsversprechend. In welcher Regelmäßigkeit und mit welchem Aufwand muss im Einzelfall entschieden werden. Die Behandlung hat sich in den letzten Jahren zu einem komplexen Verfahren entwickelt. Das Behandlungsprogramm umfasst bis zu vier Punkten:

  1. Manuelle Lymphdrainage
  2. Kompressionsbehandlung
  3. Bewegungstherapie/ Krankengymnastik/ Physiotherapie
  4. Medikamentöse Behandlung

Es gibt auch andere Ursachen als ein Lymphödem, die zu Schwellungen führen können:

  • Verletzungen
  • Erkrankungen des Herzens, der Leber/ Niere/ des Darmes
  • Erkrankungen des Venensystems
  • Allergische Reaktionen
  • Hormonelle Störungen

Der Arzt/ Therapeut wird die Gründe für diese Schwellungen/ Ödeme herausfinden und mit Ihnen die entsprechende Therapie anwenden.

Bei der Lymphdrainage handelt es sich um eine spezielle Therapiemethode, bei der Handgriffe angewendet werden, die entweder zur Anregung der Lymphgefäßtätigkeit dienen, oder im eigentlichen Lymphödemgebiet eine Lockerung bzw. Verschiebung und Verdrängung der Ödemflüssigkeit bewirken.